Den Träumen entgegen segeln

Zufällige Begegnungen gibt es ja nicht…. Vor ein paar Jahren traf ich Sarah und Moritz. Und die Begegnung hat wirklich eine Spur in meinem Herzen hinterlassen, so dass ich sehr gerne ihre Geschichte erzähle.
Ich war mit meinen Jungs am Hammersee hier auf Bornholm angeln. In der Nähe des Sees gibt es zwei offene Holzhütten, in denen man kostenlos übernachten kann. Mit einem schönen Lagerfeuerplatz davor. Meine Söhne wünschten sich, dass ich diesen Sommer endlich mal mit ihnen dort übernachte. Einfach mal sooooo lange angeln bis man totmüde nur noch fünf Meter weiter in die Schlafsä-cke der Holzhütten fallen kann (nachdem man NATÜRLICH die selbstgefangenen Fische vorher über dem Feuer gegrillt und verspeist hat 😉 )

Also schaute ich mir die Hütten mal genauer an und traf ein Paar, das dort gerade die Nacht zuvor verbracht hatte. Die beiden waren hierher gewandert. Sie lagen mit ihrem Segelboot vor dem nächsten Hafen-Örtchen vor Anker. Wir kamen ins Ge-spräch… So erfuhr ich, dass Moritz und Sarah Ihren Job gekündigt und sich ein Boot gekauft hatten, um nun mindestens 6 Monate in der Ostsee herumzuschip-pern. Ihr Ziel war es, die nördlichste Stadt, Haparanda, , zu besuchen. Sie sind auf der Suche, sagten sie. Moritz, 30 Jahre, hatte für sich festgestellt, „dass die meisten Menschen Jobs haben, die sie nicht leiden können, um sich Dinge zu kaufen, mit denen sie Menschen beeindrucken wollen, die sie nicht mögen“. Moritz hatte sei-nen Beamtenstatus als Polizist an den Nagel gehängt und will noch mal neu an-fangen, alles in Frage stellen. Sarah hat Kinder unterrichtet und hat es nicht mehr länger ausgehalten, Kinder „mehrerer Stunden in einem Gefängnis Schule zu hal-ten, sie auf Stühle zu setzen, wo sie draußen und in der Natur doch viel mehr ler-nen könnten“. Wir drei philosophierten über das Leben, ich beglückwünschte sie so oft ich konnte zu ihrem Beschluss, forderte sie auf, auf ihrem Weg auch anderen Mut zu machen, indem sie von sich erzählten. Und ich bat sie, mich in ihren E-Mail-Verteiler aufzunehmen, um alle 3-4 Wochen mal ein paar Eindrucke und Worte von ihrem Segeltörn zu erhalten (denn die beiden gehen nur alle 3-4 Wochen einmal ins Internet, der Rest der Reise ist absolut „offline“). Die beiden haben mich tief be-eindruckt und berührt. Zum Abschied umarmten wir uns sehr innig, wir drei hatten das Gefühl, dass wir uns schon lange kannten. Unsere Seelen waren sich vertraut. Uns verband etwas gang Starkes: Der Mut, unseren Herzen zu folgen und unsere Träume zu leben.

Gute Fahrt und immer den richtigen Wind in Euren Segeln, liebe Sarah und Moritz ♥