Ich komme gerade aus der Großstadt zurück auf meine Insel. Ich bin vielen Menschen begegnet, bin durch überfüllte Straßen spaziert, habe in Straßencafés gesessen und habe in Einkaufsläden herumgestöbert. Und eines ist mir wieder aufgefallen: Überall hängen dichte Wolken vor den Seelen der Menschen. Viele Gesichter sprechen Bände und erzählen Geschichten von Hektik, Stress, Sorgen, Ängsten und Verwirrtheit. Und gleichsam sehe ich die Sehnsucht nach dem Himmel in ihren Augen.

Ich möchte daher heute ein Zitat aus meinem Buch „Die Weisheit der Wale“  mit dir teilen:

“Blaue Flächen. Wie groß sie genau sind, vermag man nicht einzuschätzen. Dazwischen immer wieder helle Streifen, dann weiße Zonen, die sich mal wie Wattebäusche und mal wie eine Schafherde voranschieben.

An anderen Tagen ist es einfach ein einziges Grau. Doch genauer betrachtet hat dieses Grau ganz feine Abstufungen, hellere Nuancen wechseln mit dunkleren Abschnitten.
Und dann gibt es das strahlende Blau. Makellos. Man muss ein bisschen die Augen zusammenkneifen, um den Anblick überhaupt genießen zu können.
Der Himmel: Er ist immer über uns. In der Stadt, wenn ich eine Runde um den Block drehe. Im Zug, wenn der Blick auf den Horizont der vorbeiziehenden Landschaft fällt. Über dem Feldweg, auf dem meine Wanderung verläuft. Über dem Boot, das die Wellen durchpflügt und einen aufs Meer hinausbringt. Über den Walen, die ruhig an die Oberfläche kommen, um ihre Lungen zu füllen.
Auch wenn wir denken, die Welt hat sich weitergedreht, wir leben in einer Zeit von Stress und Kurzlebigkeit, so ist eins klar: Niemand hat den Himmel abgeschafft. Ich fürchte nur: Viele haben verlernt, ihn zu sehen.”


 

… Oder mehr noch: Wir haben vergessen, dass wir der Himmel SIND. Und nicht die Wolken!
Vielen Menschen glauben das, was sie jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und Sekunde denken. All ihre Glaubenssätze über sich selbst, ihre Mitmenschen, die Welt. Sie glauben, dass das, was wir glauben und denken, das Leben ist, die Wahrheit.
Wir identifizieren uns mit Urteilen, die wir selbst über uns gefällt haben oder mit Beurteilungen durch andere: “Ich kann das nicht”, “Dafür bin ich zu alt, zu dumm, zu klein, zu dick…”, “Die Menschen meinen es nicht gut mit mir”, “Ich werde nie im Leben viel Geld verdienen”, “Glück haben nur die anderen, ich bin ein Pechvogel”, “Ich finde nie wieder einen Partner nach meiner Scheidung”, “Ich kann nicht kündigen, denn in meinem Alter will mich keiner mehr”.
All diese Sätze geistern in unseren Köpfen, und wir wiederholen sie wieder und wieder. Und halten krampfhaft daran fest, weil wir denken, dass wir das und der/die sind, die das denkst, sagt, meint.

Wir sehen den Himmel vor lauter Wolken nicht.
Vor Gedankenwolken, die uns den Weg verhängen zu dem klaren Blau des Himmels. Zu dem wunderbaren Geschöpf was wir sind, Einzigartig, Wertvoll. Mit wunderbaren Gaben und Talenten. Ein Unikat!.
Würden wir die Wolken wegschieben und unser wahres, himmlisches Ich ohne Schleier und ganz klar sehen, würden wir uns selber vor Dankbarkeit um den Hals fallen. Und danach gleich allen lieben Menschen um uns herum!

Willst DU der Himmel sein oder die Wolken?