Bornholm, 25. Mai 2019

Seit Oktober 2018 gibt es das Projekt „Bye Bye Plastik“. Ich hatte es zusammen mit meiner Nachbarin Mette auf „meiner“  Insel Bornholm gestartet und mittlerweile ist die Idee und der Wal sogar nach Deutschland „geschwommen“: Bisher sind an 6 Orten und Städen lokale „Bye Bye Plastik“-Projekte von unglaublich engagierten Frauen und Männern gestartet worden.
Mehr Infos hier!

 

Und leider häufen sich die Meldungen von Walstrandungen an den Küsten. Gerade letzte Woche wurde wieder ein toter Pottwal am Strand von Sardinien gefunden, verendet an über 22 Kilo Plastik im Magen. Es ist der fünfte tote Wal in den letzen 5 Monaten an der sardinischen Küste!!!

Als ich mein Buch „Die Weisheit der Wale“ vor über 1 1/2 Jahren anfing zu schreiben, fühlte ich mich mit meinen mahnenden Worten manchmal noch sehr alleine…. Dass ich die Strandungen als Hilferufe der Meeresgiganten und der Ozeane sah, wurde manchmal eher belächelt. Mittlerweile wird es sogar – siehe den oben genannten Artikel über die Potwalstrandung – offiziell so in den Medien genannt: „Das Meer schickt uns einen Hilfeschrei“ . Ja so ist es und die Wale werden weiterhin und vermehrt diesen Opfergang gehen… es wird Massenstrandungen geben, Walarten werden aussterben. Bis wir aufhören, immer mehr Plastik zu produzieren und in den Flüssen und Meeres dieser Erde zu entsorgen.

Doch bevor mich die Fakten und Zukunftsszenarien lähmen, werde ich lieber aktiv: „Giving up is NOT an option“!

Es macht Mut, dass immer mehr Menschen ein Bewußtsein für die Gefahr und Bedrohung der Weltmeere und deren Bewohner durch unseren Plastikkonsum bekommen. Die Menschen beginnen, immer mehr zu fühlen. Sie machen das Herz auf und fangen an, zu handeln….

Als ich in der letzten Woche auf Rügen war, konnte ich beim Bernsteinsammeln auf einer Strandstrecke von ca. 500 Metern sage und schreibe 323 Stücke Plastikmüll sammeln. Es waren viele Bernsteinsammler unterwegs, die alle wie gebannt Ausschau nach dem Ostseeschatz hielten. Akribisch suchten sie mit Stöckchen und auf Knien den Strand ab. Den Plastikmüll sahen sie nicht… oder besser gesagt, sie sahen dran vorbei oder wollten ihn nicht sehen.

Als wir den eingesammelten Müll unter der Seebrücke von Binz auf einen Haufen warfen, schauten und viel Schaulustige von der Brücke aus zu. Und als wir mit einigen ins Gespräch kamen, wurden uns viele Fragen gestellt. Und ich war erstaunt, dass so viele Menschen noch so wenig den Zusammenhang zwischen dem, was wir konsumieren und dem, was da draußen auf der Meeresoberfläche schwimmt und auf dem Meeresboden liegt, sehen. DAS ist UNSER Müll, meiner und deiner! Wir sind dafür verantwortlich, dass das Meer vollgemüllt mit Plastik ist und wir sind auch verantwortlich dafür, dass dieser Wahnsinn aufhört !

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Warum ist ein Stück Bernstein dem Menschen so viel wert? Und warum nicht ein Stück Plastik?

Ich pladiere stark dafür, das Plastik der neue Bernstien wird. Denn der Wert von eingesammelten Plastik, das damit nicht mehr zurück ins Meer gespült werden kann, ist um ein zigfaches höher als der über 50 Millionen Jahre alte Baumharz.

Wer bestimmt den Wert? Wir Menschen! Mir ist das Plastik mehr wert, denn mit dem Einsammeln kann ich meinen Beitrag leisten. Und jeder, der anfängt, Plastikmüll zu sammeln, erweitert stetig sein Bewußtsein und fängt mehr und mehr an zu fühlen, wie groß und bedrohlich die Problematik  für unseren Planeten ist. Wegschauen war gestern, machen ist jetzt!

Und das kannst du konkret tun! (siehe Internetseite Bye Bye Plastik Niederrhein)


Wenn du außer Haus isst und trinkst

Sag “nein Danke” zu Strohhalmen. Trink direkt aus dem
 Glas oder nimm deinen eigenen Edelstahl-Strohhalm mit.


Nimm eine Trinkflasche mit auf die Arbeit, auf den
 Ausflug, in die Schule, zum Sport und vermeide 
Wegwerf- oder Einwegpfandflaschen.


Verwende richtiges Besteck statt Einwegbesteck. Nimm dein eigenes Besteck mit zu Feiern, Grillparties, an
 den Strand, auf den Ausflug.


Nimm deinen eigenen Thermo to-go-Becher mit für
 unterwegs. In vielen Cafés und Tankstellen kann man
 seinen eigenen Becher nachfüllen lassen.

Wenn du einkaufst

Nimm immer einen Einkaufsbeutel oder eine Kiste von
 zu Hause mit und sage “Nein Danke” zu Plastiktüten.

Kaufe lokal, direkt beim Produzenten und in
Unverpackt-Läden. Nimm deine eigenen Aufbewah-rungsdosen mit, z.B. für Aufschnitt, Käse oder Fleisch.
 Wiege Obst oder Gemüse nicht in dünnen Plastiktüten ab,
 sondern in einem mitgebrachten Stoffsack.


Synthetische Kleidung enthält Mikroplastik Wähle reine Naturmaterialien, wenn du neue Klamotten anschaffst. 
Eine sehr gute Alternative ist auch Second-Hand-Bekleidung.


Kosmetik, Pflegeprodukte sowie Reinigungs- u.
Waschmittel enthalten oft Mikroplastik. Achte auf die Inhaltsstoffe und wähle natürliche Inhalts
stoffe ohne künstliche Weichmacher, Emulgatoren oder 
Konservierungsmittel.


Wenn du draußen bist

Sammle den Plastikabfall auf, der im Wald, auf der
Straße, im Park oder am Strand liegt.

Nimm an Müllreinigungs-Aktionen in deiner Nähe teil und
mach daraus eine gemütliche Tour mit Familie und 
Freunden.

Wirf niemals Zigarettenkippen in die Natur.
 Nimm einen Behälter für die Zigarettenstummel mit.

Schmeiße niemals Kaugummi in die Natur. Kaugummi enthält Plastik und gehört in den Mülleimer.


Bei dir Zu Hause

Vermeide Wattestäbchen und Zahnstocher
aus Plastik

Verwende z.B. Baumwoll-Wischlappen anstelle von 
Mikrofasertüchern. Mikrofaserprodukte enthalten
Mikroplastik, das im Abwasser landet.

Entscheide dich gegen Luftballons uf Feiern und
Kindergeburtstagen. Luftballons landen am Ende oft
in der Natur.

Wirf niemals Hygieneartikel, Wattestäbchen, Kon-taktlinsen, Kaugummis o.ä. in die Toilette.

TEILE deine guten Ideen mit Freunden und Verwandten
und im Internet mit dem Hashtag:

#BYEBYEPLASTIK

Sprecht mich gerne an, wenn Ihr bei Euch vor Ort ein Bye Bye Plastik-Projekt starten wollt. Hier mal ein Zeitungsbericht über Stefan Vogt und sein Projekt am Niederrhein.

FOR THE WHALES! FOR OUR FUTURE!

Steffi