5.Dezember 2019. Die Gedanken kommen einfach nach dem Aufstehen… Ich will raus. Jetzt. Laufen am Strand. Die frische Meeresluft einatmen. Ist aber noch dunkel, gerade mal 6 Uhr. Also doch erst Morgengedanken aufschreiben. Und den Holzofen anmachen, Kerzen an und Wasser für meinen grünen Kaffe aufsetzen.

Ich habe mir vorgenommen, bis Weihnachten morgens meine Gedanken aufzuschreiben. Diese Jahreszeit ist sozusagen „heilig“ für mich, da ich mir bewußt nicht viel in diesen Monat rein plane. Es ist die Zeit der Besinnung, des Innenblicks. Ruhe. Stille. Lange Spaziergänge. Plätzchenbacken. Wie passt da mein Instagram-Account rein, den ich lange habe brach liegen lassen, aber seit drei Wochen wieder aktiv „pflege“. Wie komme ich mit dem  „Auftauchen“ auf Instagram  klar? Stresst mich das oder bleibe ich bei mir, bei der Ruhe und dem – wie ich es nenne – „Hygge“-Gefühl?

Ich sitze am Feuer, schaue in die Flammen. Das gibt mit ein gutes Gefühl. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen , keinen Ofen zu haben. Das Feuer ist für mich elementar zum Entspannen geworden. Und ich liebe das Morgenritual, zuerst das Holz aus der Kälte reinzuholen und die Holzscheite aufzuschichten und mit Bedacht ein Feuer zu entfachen, das mich schon nach kurzer Zeit wärmt… Hygge. Und Selbstliebe.

Ja, ich tauche auf, wenn ich auf Instagram aktiv bin. Und der Algorithmus verlangt von uns, dass wir aktiv sind auf diesem Kanal, sonst werden unsere Bildchen nicht weitergesendet… Also verbringe ich rund eine Stunde oder mehr täglich damit. Zeit, die ich auch andere Dinge machen könnte. Aber es fühlt sich richtig an. Lange habe ich davon Abstand genommen, jetzt ist es irgendwie an der Zeit…. habe letztens den Begriff „Sinnfluencer“ gelesen. Ja es geht um den Sinn, um die Sinnfragen, die wir alle über dieses Medium teilen und aussenden können. Aber alles in Balance für all das andere im „echten“ Leben.  Joggen. Ja, gleich geh ich joggen. Ohne Handy. Das ist dann wie „abtauchen“.
Wenn ich am Meer laufe, schalte ich ab. Ich denke an nichts und bin einfach in der Bewegung. Genauso geht es mir auch
im Sportstudio. Wenn ich meine Muskeln trainiere (also mehr bewege als trainiere ;-)) bin ich total in mir, sozusagen abgetaucht im Körper. Ich denke nicht, sondern BIN. Herrlich. Und je mehr ich mich anstrenge und schwitze, desto besser. Also raus aus den Gedanken, rein in den Körper!

Ich brauche diese Abtauch-Zeiten, um dann wieder mit neuer Kraft an die „Oberfläche“ zu kommen. Damit meine ich all das, was wir im Außen tun. Unter Leuten sein, reden, diskutieren, und eben alles rund und auf den sozialen Medien.
Und wenn es mir „da oben“ zu bunt wird, tauche ich einfach wieder ab.. Wie die Wale eben 😉 .
Oft rufe ich mir auch einfach das Bild eines abtauchenden Wals vor mein inneres Auge. Ich sehe, wie die Schwanzflosse hoch aus dem Wasser ragt, bevor sie in der Tiefe verschwindet. Frei nach dem Motto „Ich bin dann mal weg“.

(Foto: Marten Bril, Seasafari Andenes)

Ja, so mache ich das jetzt. Ich bin mal Laufen. Und wenn ich wiederkomme, bleibe ich im Tauchgang-Modus, arbeite konzentriert in meinem Homeoffice  mit dem Handy im Flugmodus. Mittags koche ich in Ruhe und nachmittags, ja nachmittags schaue ich dann mal wieder nach, was da an der „Oberflüche“ los ist. Ich mach´s einfach wie die Wale und finde einen guten Rhythmus zwischen „da sein“ und „weg sein“. Was sind deine Tauchgänge? Deine Abtauch-Auszeiten? Ein Buch lesen oder Spazierengehen? Mit den Kindern spielen, Backen oder Handarbeiten? SCHREIBEN!!! Ach ja, Schreiben ist totales Abtauchen für mich… wollte ich noch mal anfügen, denn immerhin geht es ja Morgen weiter mit meinen Morgengedanken.. Bis dann !

Herzlichst! Steffi