22.03.2020
Es gab nie eine Zeit, in der es wichtiger war als jetzt, abzutauchen. Denn die Oberfläche ist derzeit voll von Nachrichten, Stimmen, Bildern, die eines in uns schüren: Angst und Unsicherheit. Doch sobald du diese Oberfläche verlässt und tiefer gehst, wird es still und friedlich um dich.

“In größeren Tiefen bleibt das Meer ruhig, auch wenn es an der Oberfläche stürmt. Und es wird bereits nach einigen Metern unter der Oberfläche still, sehr still. Kaum schalten wir unsere Gedanken ab und entscheiden uns, in die Tiefe zu gehen, wartet Stille auf uns. Und Frieden. Mir hat mal eine weise Yogalehrerin einen schönen Satz gesagt, der mich seitdem immer begleitet: „Du kannst das Chaos in der Welt nicht verhindern, aber du kannst selber das Auge im Sturm sein“.

So fühlt es sich an, wenn man ein paar Meter unter der Oberfläche ist. Alles ist ruhig und schaut man nach oben an die Wasseroberfläche, ist man glücklich, dass man von all dem Unwetter da draußen verschont bleibt. Um wieder Orientierung zu finden, ist der Gang in die Tiefe unausweichlich. Nicht ohne Grund kennt der Volksmund das geflügelte Wort der Oberflächlichkeit. Es meint den Gegenentwurf zur Tiefgründigkeit, also den Dingen auf den Grund gehen.

Jeder Mensch hat einen inneren Raum und innere Kräfte, die ihm helfen, die Stürme des Lebens zu meistern. Jeder Mensch hat Tiefe in sich, aus der heraus er auf die Anforderungen des Alltags, der Oberflächenseite im Leben, antworten kann.”. (aus “Die Weisheit der Wale” S. 66)

Nimm diese Zeit als Einladung, in die Tiefe zu gehen. Nutze diese Zeit und vertue sie nicht. Sei das Auge im Sturm, der Fels in der Brandung. Das kannst du, wenn du tiefer gehst. Atme. Nehme den Moment wahr. Schaue dich um, sehe bewußt, was dich umgibt. Sei präsent. Und finde für dich einen Weg, abzutauchen.

Ich habe heute einen ganzen Tag Gartenarbeit gemacht und habe dabei an NICHTS gedacht. Stattdessen habe ich eine Amsel beobachtet, wie die um mich herum auf dem frisch gehakten Boden nach Würmern stocherte. Frieden. Verbundenheit. Liebe.

Laufen und Radfahren können so ein Abtauchen sein. Musik hören. Einen guten Podcast hören, der dir guttut. Mit Hingabe gesundes Essen zubereiten. Backen. Mit deinen Kinder spielen. Malen. Puzzeln. Fast vergessene Hobbys wieder pflegen. Zuhören. Ein Buch lesen. In den Himmel schauen. Beobachten. Yoga machen. Meditieren.

Nutze diese Zeit. Vertue diese Chance nicht, die dir derzeit gegeben wird, um bewußter zu werden. Aufmerksamer. Tiefer. Liebender. Friedlicher.

An der Oberfläche sieht diese Zeit vielleicht bedrohlich aus. In der Tiefe ist sie vielleicht unsere größte Chance und Einladung. Deine größte Chance und Einladung, zu dir zu finden. Deine wahre Stärke zu entdecken und zu leben.
Dir selber zu begegnen und zu fühlen, wie gefestigt du bist. Wie geerdet, wie tiefsinnig. Krise als Einladung und Chance.
Das größte Wachstum findet immer in der Krise statt, nie in der Komfortzone.

Es ist die Zeit des Abtauchens…..um mit neuer Kraft aufzutauchen.

Fühl dich umarmt!

Steffi