Das Leben ist keine Rechenaufgabe.
Es ist auch keine Gleichung.

Wir dachten es bis jetzt. Dass es planbar ist. Berechenbar.
Mit dem Zollstock messbar. Mit dem Zirkel einzukreisen und mit der Wasserwaage auszuloten.
Wir dachten, dass A plus B gleich C ist.
Dass auf einen Einsatz ein Ergebnis kommt, auf den ersten Schritt der zweite. 

Jetzt stehen wir da mit unserer Mathematik. Ratlos.
Das Gehirn weiß es nicht einzuordnen, was da geschieht.

So was haben wir noch nie erlebt, sagen die einen.

Das war doch nicht vorhersehbar, sagen sie anderen.

Es passt nicht in unser Programm, in unser Spiel. 

Man könnte es auch Chaos nennen, dieses Unberechenbare.
Doch wir versuchen es einzuordnen, zu verstehen,
zu katalogisieren, zu bekämpfen.
Wieder müssen die Mathematiker her, Wissenschaftler, kluge Köpfe.

Doch die Lösung liegt in der Unberechenbarkeit.
Im Chaos, das als einzigen Ausweg die Hingabe kennt.
Das Annehmen, dass wir nichts unter Kontrolle haben.
Dass wir Menschen nur ein kleiner Staubkorn sind in der Größe dieser Welt.
In dem, was sich dort den Weg bahnt,
sich verändert, transformiert und regeneriert.
Und wer will schon rechnen, bemessen, kalkulieren, wenn das Leben mit all seiner Energie einfach passiert?
Und wenn in all dem auch ein Plan steckt?
Ein Plan für den es keine Rechenmaschine gibt.

Ein Plan, dem wir nur mit Demut und Vertrauen begegnen können.