Ich liebe es, hier ab und zu Bücher- und Filmtipps zu geben. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich, wie viel ein einziger Satz, eine Szene in einem Film oder eben eine „Botschaft“ im eigenen Leben verändern kann.
Es geht eben um Impulse, um Inspiration – und alles setzt sich wie ein Puzzle aus vielen kleinen Einzelteilen zu einem großen Ganzen zusammen. Und die richtigen Bücher oder Filme kommen meistens auch zur richtigen Zeit. Die Frage ist nur, ob man die Chance ergreift, wenn so eine innere Stimme einem sagt: „Schau das!“ oder „Lies das!“
Ich habe sofort „zugegriffen“, als mir auf Instagram der Filmtipp „Agneta“ angezeigt wurde. Die Szene vor dem Spiegel hat mich sofort in den Bann gezogen:
Agneta steht in einem lilafarbenen Dessous vor einem großen Spiegel und schaut sich an. Ein unsicherer, auch trauriger Blick. Sie berührt ihre Fettpölsterchen und begrüßt sie mit: „Hallo, liebe Speckröllchen“, streichelt ihren rundlichen Bauch mit einem: „Hallo, mein geliebter Bauch.“ Zum Schluss umarmt sie sich selbst, schließt die Augen und flüstert ihrem Körper ein „Es tut mir leid“ zu.
Diese Szene berührte mich sofort und mir kamen die Tränen. Denn sie sagt so viel über uns Frauen, über unsere fehlende Selbstliebe, unseren ewigen Kampf mit unserem Körper.
Nach über 15 Jahren, in denen ich Frauen als Mentorin begleite, habe ich erlebt, erfahren und auch erlitten, dass wir ALLE ein Thema mit unserem Körper haben – egal, wie dünn oder dick, groß oder klein, schief oder gerade er ist.
Und diese Scham, diese fehlende Liebe uns selbst gegenüber, durchzieht unser ganzes Leben. Sie steht uns im Weg, ein wirklich erfülltes und zufriedenes Leben zu führen.
Und so ist es auch in dem Film „Agneta“: Eine schwedische Frau um die 50, die sich selbst sucht. Die sich verloren und nicht gesehen fühlt in ihrer Ehe und eine tiefe Sehnsucht nach Frankreich in sich trägt. Die es liebt, Camembert zu essen, Rotwein zu trinken und sich in die Provence zu träumen.
Plötzlich wird sie arbeitslos, und in der Zeitung liest sie ein Inserat, dass ein Au-pair für einen schwedischen Jungen in einem Dorf in der Provence gesucht wird. Die unsichere, schüchterne Frau macht sich – dem Widerwillen ihres Ehemannes zum Trotz – auf den Weg und landet in einem völlig anderen Leben, das all ihren Mut herausfordert, nicht gleich wieder abzureisen.
Mehr will ich hier gar nicht erzählen. Nur so viel: Ich habe seit Ewigkeiten keinen Film gesehen, der mir so gute Laune, so gute Vibes und so viel Solidarität zwischen Frauen vermittelt hat. Einfach nur mutmachend und lebensbejahend.
Schaut ihn unbedingt auf Netflix oder sucht euch eine Freundin, die Netflix hat.
Dieser Film muss gefeiert und zelebriert werden!
Und dann: ab in die Provence unseres Lebens! 
