Bye Bye Plastik – gemeinsam für eine plastikfreie Zukunft

Im Oktober 2018 habe ich auf Bornholm, der dänischen Insel auf der ich seit 13 Jahre lebe, das Projekt „Bye Bye Plastik“ ins Leben gerufen. Ein Projekt, das seitdem mit großem Erfolg auf der Insel läuft und jetzt auch nach Deutschland „schwimmt“… Ja, es „schwimmt“, weil die Trägerfigur der Kampagen ein Wal ist…

Wie alles begann:

Es war eine spontane Idee, ohne langes Überlegen und Planen. Ich hatte am Tag zuvor eine Reportage im deutschen Fernsehen gesehen. Ein Freund hatte mir den Link dazu gesendet, er hatte mein Buch „Die Weisheit der Wale“ begeistert gelesen und wußte um meine Liebe für die Wale und mein Engagement für die Reduktion von Plastikmüll im Meer. Zu viel hatte ich über den Tod von schätzungsweise 650.000 Meeressäugern jährlich aufgrund von Verschmutzungen gelesen und gehört und hatte das Problem für den Pottwal auch in meinem Buch beschrieben.

Ich schaute die Reportage. Es ging um die plastikfreie Stadt Penzance oder besser gesagt, wie eine Frau durch eine Aktion die Stadt dazu bewegt hat, plastikfrei zu werden (unbedingt anschauen!).

Die Idee:

Es werden „Zertifikate“ in Form eines Aufklebers an Unternehmen wie Einkaufsläden, Cafes, Restaurants aber auch Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen usw. vergeben.
Ziel: Alle machen mit!
Voraussetzung: Die Unternehmen verpflichten sich, auf bestimmte Sorten „Einwegplastik“ zu verzichten, darunter Plastiktüten, Plastikstrohhalme, Plastikbecher, to go-Einwegverpackungen …
Und als ich die Reportage zu Ende geschaut hatte war mir klar: DAS mache ich GENAU SO für Bornholm. Und ich FANGE MORGEN an!
Gesagt getan! Am nächsten Tag gründete ich eine facebook-Seite mit dem Namen „Bye Bye Plastik“ und lud alle Freunde dazu ein. Ich postet Fotos von dem Plastikmüll an den Bornholmer Stränden, die vor allem mein Mann in seinen „Bin am Meer“-Seminaren mit den Teilnehmern gesammelt hatte.
Und ich bastelte mir mit Bordmitteln ein Logo mit einem Wal. Die Reaktionen waren sofort überwältigend. Die Bornholmer reagierten besonders stark auf die Plastikfotos von „ihren“ Stränden. Innerhalb von kürzester Zeit waren die ersten 200 Likes da und der Fernsehsender TV2 Bornholm berichtet über den Start der facebook-Seite und des „Bye Bye Plastik“-Projektes. Kurz danach dann die Zeitung…
Mein Nachbarin Mette war gleich mit „im Boot“, denn mit ihr hatte ich mich schon seit Langem über das Plastikproblem ausgetauscht, da sie als Übersetzerin eine Dokumentations-Reihe des norwegischen Fernsehens über Plastikmüll an deren Küste ins Dänische übersetzt hatte und einfach schlichtweg erschüttert war über die Fakten-Lage.
Allan, ein Grafiker und auch der Inhaber eines Bio-Ladens auf der Insel, war auch gleich bereit, mir ein „ordentliches“ Logo zu bauen. Voilá!

Erfolge auf Bornholm

Tja und seitdem ist die Bewegung in Gang… Bisher haben sich 20 Unternehmen angeschlossen, die den Smiley erhalten haben. Die Tageszeitung und das Fernsehen berichten regelmässig über uns. Wir hatten einen Termin bei der Vize-Bürgermeisterin Anne Thomas, die das Projekt SEHR begeistert auf ihre Agenda gehoben hat und es dem Klima- und Umweltausschuss vortragen wird. „Bye Bye Plastik“ soll in die politische „Bright Green Island“-Strategie mit aufgenommen werden, denn tatsächlich war neben CO2, erneuerbare Energie etc. Plastik bisher kein Thema !
Ein weiterer “Meilenstein” ist das Folkemøde, das dänische politische Volkstreffen, das jedes Jahr im Juni rund 150.000 Besucher auf die Insel zieht. Wir haben es geschafft, die Organisatoren an den Tisch zu holen und es sind für 2019 konkrete Schritte zur Plastikreduktion geplant und für 2020 soll auf ein Pfandystem umgestellt werden. Und das wird sicher weitere Feste und Festivals zu ähnlichen Schritten bewegen.
Wir sind mittlerweile Kooperationspartner der Organisation „Plastic Change“ (die ihren Sitz in Kopenhagen haben, aber auch international arbeiten), können deren Wissen nutzen und deren Kontakte anzapfen. Toll, toll, toll!

Wer hätte gedacht, dass eine bzw. zwei Person/en so viel in Gang setzen kann. Das soll sich nicht „selbstverliebt“ anhören, sondern eher meiner Verwunderung und vor allem meiner Dankbarkeit Ausdruck geben. Und Euch Mut machen, vielleicht auch ein Projekt anzugehen…

Bye Bye Plastik auch in Deutschland

Seit Kurzem schließen sich auch die ersten engagierten Frauen und Männer der Kampagne an:
Es gibt bisher vier konkrete Bye Bye Plastik-Projekte in Deutschland:

Bye Bye Plastik möchte gerne den gemeinsamen Einsatz für eine plastikfreie Zukunft in der Öffentlichkeit transparent machen und damit andere inspirieren, dabei zu sein.

Daher teilen wir sogenannte “Plastik-Smileys” an Unternehmen wie Cafés, Einkaufsläden, Restaurants ua., aber auch Vereine, Kantinen, Schulen, Kindergärten und öffentliche Einrichtungen aus, die sich entscheiden auf folgende Einmal-Plastik-Produkte zu verzichten:

  • Plastikbecher/-deckel
  • Plastikgläser
  • Plastiktüten
  • Plastikbesteck und Rührlöffel/-stäbchen
  • Plastikstrohhalme
  • Plastikflaschen ohne Pfand
  • Plastik “to go”-Verpackungen z.B. für Sandwiches oder Salat, aber auch kleine Butter und Marmelade-Verpackungen

Das Prinzip zum Mitmachen als regionales Projekt ist ganz simpel:

Jeder der mitmachen möchte, bekommt die fertige Kampagne sozusagen „frei Haus“. Der Grafiker Allan auf Bornholm gibt die Rechte an seinem Logo gerne ab bzw weiter, weil er die Sache einfach ins Rollen und bringen und unterstützen möchte. Wenn du mitmachen willst, kontaktest du mich. Wir telefonieren und lernen uns kennen. Dann bekommst du die Mailadresse des Grafikers und kannst dir von ihm dein eigenes Bye Bye Plastik Logo mit dem Namen deiner Stadt oder Region anfertigen lassen. Außerdem gibt es eine fertige Broschüre, die du nutzen kannst. Diese muss nur ein wenig auf deine Region umgetextet werden. Tja und dann kann es auch schon losgehen! In einer geschlossenen facebook-Gruppe tauschen sich die Mitglieder aus, können Fragen stellen und sich gegenseitig inspirieren. Und später ist dann sicher auch ein Bye Bye Plastik Treffen von allen engagierten Grupen geplant.

In diesem Sinne: Fühlt Euch inspiriert, in Eurem Leben und Alltag nach Eurem Plastikkonsum zu schauen und auch ein Projekt in Eurer Gegend anzustoßen.

Ich freue mich über jeden engagierten Menschen, der mitmacht! Gemeinsam können wir die Plastikflut bekämpfen! Und die Weltmeere und deren Bewohner werden es Euch danken! Und Eure Kinder und die nächste Generation!!!

Schreibt gerne an: steffischroeter@hotmail.com

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